Das M3 Examen ist der Dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, also die rein mündlich-praktische Prüfung am Ende des Praktischen Jahres. Sie findet an zwei Tagen statt und dauert bei maximal vier Prüflingen an beiden Tagen mindestens 45 und höchstens 60 Minuten je Prüfling. So regelt es § 30 der Approbationsordnung für Ärzte.

Kein Antwortbogen, keine Kreuzchen. Stattdessen eine Kommission, ein echter Patient und zwei Tage, an denen du erklären musst, was du gerade tust. Genau deshalb fühlt sich das M3 Examen für viele fremder an als alles davor, obwohl der Stoff längst vertraut ist.

Was ist das M3 Examen genau?

Das M3 Examen ist die letzte staatliche Prüfung vor der Approbation und die einzige, die komplett mündlich und praktisch läuft. Geprüft wird patientenbezogen, nicht als Faktenabfrage. Am ersten Tag steht eine praktische Prüfung mit Patientenvorstellung, am zweiten Tag folgt die mündliche Prüfung vor der Kommission.

Die Approbationsordnung nennt die drei Gebiete ausdrücklich: Innere Medizin, Chirurgie und das Fach, in dem du dein Wahltertial im PJ gemacht hast. Dazu kommen klinisch-theoretische und fächerübergreifende Fragen. Anders gesagt: dein PJ ist der Lehrplan.

Im M3 Examen zählt nicht, wie viel du weißt, sondern wie sauber du es am Patienten sortierst.

Wann findet der Dritte Abschnitt statt?

Zweimal im Jahr, in zwei festen Fenstern. Das Sächsische Landesprüfungsamt weist für die ärztliche Ausbildung die Zeiträume Mai und Juni sowie November und Dezember aus. Der genaue Termin steht nicht im Kalender einer Behörde, sondern in deiner Ladung, die dein zuständiges Landesprüfungsamt verschickt.

Für alle, die im Herbst 2026 dran sind, heißt das: das Prüfungsfenster liegt in den Wochen ab November. Wer im Oktober noch auf den schriftlichen Zweiten Abschnitt schaut, sollte wissen, dass dieser Termin vom Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen für Herbst 2026 auf den 06. bis 08. Oktober gelegt wurde. Das M3 Examen kommt danach, und zwar für jeden Prüfling zu einem eigenen Datum.

Tipp: Sobald die Ladung da ist, trag Prüfungstag, Anfahrt und den Tag der Patientenzuweisung sofort ein. Viele planen die Vorbereitung um ein Datum herum, das sie nur ungefähr im Kopf haben, und verlieren so die letzte Woche.

Wie läuft die Prüfung an den zwei Tagen ab?

Der Ablauf im M3 Examen ist in der Approbationsordnung festgeschrieben und in ganz Deutschland gleich aufgebaut. Du wirst in einer Gruppe von höchstens vier Prüflingen geprüft, beide Tage dauern je Prüfling mindestens 45 und höchstens 60 Minuten. Der erste Tag ist der praktische, der zweite der mündliche.

PrüfungstagWas passiertDauer je Prüfling
Vor der PrüfungZuweisung eines oder mehrerer Patienten, Anamnese und Untersuchung, schriftlicher Berichtje nach Kommission
Tag 1Praktische Prüfung mit Patientenvorstellung, in begründeten Einzelfällen mit geschulten Simulationspatienten45 bis 60 Minuten
Tag 2Mündliche Prüfung zu Innerer Medizin, Chirurgie und deinem PJ-Wahlfach, dazu fächerübergreifende Fragen45 bis 60 Minuten

Dass Simulationspatienten möglich sind, steht als ausdrückliche Ausnahme in der Verordnung, nicht als Regelfall. Rechne also mit einem echten Patienten und einer echten Station.

Der Patientenbericht entscheidet mehr mit, als du denkst

Vor dem Prüfungstermin weist dir die Prüfungskommission einen oder mehrere Patienten zu. Darüber schreibst du einen Bericht mit Anamnese, Diagnose, Prognose, Behandlungsplan und einer Epikrise. Ein Mitglied der Kommission zeichnet ihn gegen, und er wird beim Prüfungstermin vorgelegt.

Wichtig ist der letzte Satz dieser Regelung: der Bericht ist Gegenstand der Prüfung und wird in die Bewertung des M3 Examens einbezogen. Er ist also keine Formalie, die du schnell zwischen zwei Diensten herunterschreibst. Was du dort behauptest, wird dich am Prüfungstag wieder einholen, im Guten wie im Schlechten.

Schreib ihn deshalb so, dass du jede Zeile verteidigen kannst. Eine Differentialdiagnose, die du nur abgeschrieben hast, ist eine offene Einladung.

Wie bereitest du dich auf das M3 Examen vor?

Mit Fällen, nicht mit Kapiteln. Das M3 Examen fragt patientenbezogen, also übst du patientenbezogen: ein Fall, eine Verdachtsdiagnose, drei Differentialdiagnosen, ein Plan. Der Stoff kommt aus deinem PJ, nicht aus einem neuen Buch.

  1. Fächer festlegen Innere, Chirurgie, Wahltertial. Mehr wird nicht geprüft, also lerne auch nicht mehr.
  2. Protokolle des eigenen Standorts lesen Prüferstile sind lokal sehr verschieden. Frag im Semester über dir, nicht im Internet.
  3. Zwanzig Leitsymptome durchspielen Thoraxschmerz, Dyspnoe, akutes Abdomen und so weiter. Jeweils laut, in zwei Minuten, mit Plan am Ende.
  4. Den eigenen Bericht üben Stell deinen zugewiesenen Patienten dreimal vor, einmal davon jemandem, der nichts vom Fall weiß.
  5. Untersuchungstechniken abklopfen Herz, Lunge, Abdomen, neurologischer Status. Am Prüfungstag sollen die Handgriffe sitzen, nicht neu wirken.

Das laute Abfragen ist dabei kein Bonus, sondern die Methode selbst. Das Learning Center der University of North Carolina at Chapel Hill beschreibt Selbstabfragen als aktive Lernstrategie, die Intensität und Effizienz des Lernens erhöht. Für eine Prüfung, die aus Reden besteht, ist das die naheliegendste Übung überhaupt.

Wie du freies Sprechen gezielt trainierst, steht ausführlich in Mündliche Prüfungen: so übst du das Sprechen. Den Rahmen für einen realistischen Zeitplan liefert der Lernplan fürs Medizinstudium.

Was tust du in den letzten zwei Wochen?

Weniger, als dein Kopf dir vorschlägt. Neuer Stoff bringt so kurz vor dem M3 Examen fast nichts, Wiederholung und Sprechen dagegen viel. Halte die Tage kurz und planbar: vormittags Fälle laut durchgehen, nachmittags Karteikarten, abends nichts mehr.

Ein Punkt wird regelmäßig unterschätzt: Schlaf. Zwei Prüfungstage hintereinander, dazwischen eine Nacht, in der du nicht mehr viel reparieren kannst. Wer die Woche davor durchzieht, geht am zweiten Tag mit halber Konzentration rein.

Und wenn die Nervosität kippt, ist das ein eigenes Thema. Was Stress von Angst unterscheidet und was dagegen hilft, steht in Prüfungsangst und Prüfungsstress. Wie du Wiederholung überhaupt sinnvoll taktest, zeigt Physikum lernen, und das Prinzip trägt bis ins letzte Examen.

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Häufige Fragen

Wie lange dauert das M3 Examen?

Die mündlich-praktische Prüfung läuft an zwei Tagen. Bei maximal vier Prüflingen dauert sie an beiden Tagen mindestens 45 und höchstens 60 Minuten je Prüfling. Das steht so in der Approbationsordnung für Ärzte und gilt bundesweit, unabhängig vom Standort deiner Fakultät.

Welche Fächer werden im Dritten Abschnitt geprüft?

Patientenbezogene Fragestellungen aus der Inneren Medizin, der Chirurgie und aus dem Gebiet, in dem du dein Wahltertial im Praktischen Jahr absolviert hast. Dazu kommen klinisch-theoretische und fächerübergreifende Fragen sowie Fragestellungen aus den Querschnittsbereichen.

Wann finden die Prüfungen statt?

In zwei Zeiträumen pro Jahr, nämlich Mai und Juni sowie November und Dezember. Den genauen Tag erfährst du nicht über einen allgemeinen Terminplan, sondern über die Ladung deines zuständigen Landesprüfungsamtes. Plane deine letzten Wochen erst, wenn dieses Datum schriftlich vorliegt.

Wie wichtig ist der Patientenbericht?

Sehr wichtig. Die Approbationsordnung bestimmt, dass der Bericht Gegenstand der Prüfung ist und in die Bewertung einbezogen wird. Er enthält Anamnese, Diagnose, Prognose, Behandlungsplan und Epikrise und wird vor dem Termin von einem Mitglied der Prüfungskommission gegengezeichnet.

Womit übt man am sinnvollsten?

Mit Fällen und mit lautem Sprechen statt mit stillem Lesen. Nimm dir zwanzig Leitsymptome vor, geh sie in zwei Minuten laut durch und ende jedes Mal mit einem konkreten Plan. Kurze tägliche Wiederholung schlägt dabei lange Sitzungen kurz vor dem Termin.

Quellen