Die Epikrise M3 ist die zusammenfassende Beurteilung deines Prüfungspatienten und der Schlussteil des Berichts, den du vor dem Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung schreibst. Laut § 30 ÄApprO gehören in diesen Bericht Anamnese, Diagnose, Prognose, Behandlungsplan und eine Epikrise. Er ist Gegenstand der Prüfung und fließt in deine Note ein.
Hier liest du, was in den Bericht muss, wann er fällig ist und wie du die Epikrise so schreibst, dass du jede Zeile verteidigen kannst.
Key Takeaways
- Fünf Pflichtteile. Laut § 30 Abs. 4 ÄApprO enthält dein Bericht Anamnese, Diagnose, Prognose, Behandlungsplan und eine Epikrise des Falls.
- Der Bericht zählt mit. Er ist Gegenstand der Prüfung und wird in die Bewertung einbezogen, er ist also keine Formalie.
- Unterschrift der Kommission. Ein Mitglied der Prüfungskommission zeichnet den Bericht unverzüglich nach der Fertigstellung gegen.
- Beurteilen statt nacherzählen. Laut Deutschem Ärzteblatt beginnt eine gute Epikrise mit dem Aufnahmeanlass und fasst nur die richtungsweisenden Befunde zusammen.
- Prüfungszeit November bis Dezember. § 16 ÄApprO legt den Dritten Abschnitt in die Monate Mai bis Juni und November bis Dezember.
Was ist die Epikrise im M3?
Die Epikrise ist der Teil des Berichts, in dem du den Fall bewertest: Warum kam der Patient, welche Befunde führten zur Diagnose, was bleibt unklar und was folgt daraus. Das Deutsche Ärzteblatt nennt die zusammenfassende Beurteilung den aufwendigsten Teil eines Arztbriefs. Für die Epikrise M3 gilt das genauso.
Der Unterschied zum Rest des Berichts: Anamnese und Befunde sammeln Fakten. Die Epikrise M3 ordnet sie. Genau hier sieht die Kommission, ob du klinisch denkst oder nur abschreibst.
Wie das ganze Examen abläuft, also zwei Prüfungstage, Gruppe und Fächer, steht in M3 Examen: Ablauf, Termine und Vorbereitung. Dieser Artikel geht nur um den Bericht.
Was muss in den Patientenbericht?
Die Approbationsordnung gibt fünf Bestandteile vor, mehr nicht. Eine bundesweite Vorlage oder ein amtliches Muster für die Epikrise M3 gibt es nicht. Wie die Gliederung im Detail aussieht, entscheidet deine Kommission, deshalb fragst du dort nach, sobald du deinen Patienten bekommst.
| Teil laut § 30 ÄApprO | Leitfrage für dich |
|---|---|
| Anamnese | Was hat der Patient erzählt, was ist vorbekannt, welche Medikamente nimmt er? |
| Diagnose | Was hat er, und worauf stützt sich das? |
| Prognose | Wie geht es voraussichtlich weiter, kurz und mittelfristig? |
| Behandlungsplan | Was wird gemacht, in welcher Reihenfolge, und warum? |
| Epikrise | Wie bewertest du den Fall als Ganzes? |
Die Spalte mit den Leitfragen ist eine Lesehilfe von uns, kein Gesetzestext. Sie hilft dir, beim Schreiben nichts zu vergessen.
Wann gibst du den Bericht ab?
Den Bericht schreibst du, nachdem dir die Prüfungskommission vor dem Prüfungstermin einen oder mehrere Patienten zur Anamnese und Untersuchung zugewiesen hat. Laut § 30 Abs. 4 ÄApprO zeichnet ihn ein Mitglied der Kommission unverzüglich nach der Fertigstellung gegen, und du legst ihn beim Prüfungstermin vor.
Achtung, hier unterscheiden sich die Formulierungen: Das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin und das Hessische Landesamt für Gesundheit und Pflege schreiben auf ihren Infoseiten, der Bericht sei "rechtzeitig vor dem Prüfungstermin" vorzulegen. Wann genau deine Kommission ihn sehen will, klärst du deshalb direkt bei ihr.
Wie zählt der Patientenbericht für die Note?
Der Bericht ist laut § 30 Abs. 4 ÄApprO Gegenstand der Prüfung und wird in die Bewertung einbezogen. Eine feste Gewichtung nennt die Verordnung nicht. Praktisch heißt das: Was in deiner Epikrise M3 steht, kann am Prüfungstag Ausgangspunkt für Fragen sein.
Und die Note zählt richtig. Laut § 33 ÄApprO werden die Zahlenwerte von Erstem, Zweitem und Drittem Abschnitt addiert und durch drei geteilt. Das M3 macht also ein Drittel deiner Gesamtnote aus.
Schreib nichts in die Epikrise, was du am Prüfungstag nicht erklären kannst.
So schreibst du die Epikrise M3 Schritt für Schritt
Das Deutsche Ärzteblatt beschreibt in einem Beitrag zum Arztbrief, wie eine gute Epikrise aufgebaut ist. Für deinen Bericht lässt sich das gut übertragen:
- Mit dem Anlass startenEin Satz, warum der Patient kam, zum Beispiel "Die stationäre Aufnahme erfolgte wegen akuter Dyspnoe." Die ausführliche Anamnese steht schon weiter oben.
- Richtungsweisende Befunde bündelnNur die Befunde, die zur Diagnose geführt haben, logisch geordnet. Keine Liste aller Normalwerte.
- Diagnose begründenErklär, warum die Befunde zur Diagnose passen und welche Differentialdiagnosen du ausgeschlossen hast.
- Unklares benennenWas nicht passt oder offen ist, sprichst du aus. Laut Ärzteblatt müssen Therapieentscheidungen und Unklarheiten diskutiert werden.
- Beschwerden erklärenNimm Stellung, ob die Befunde die Beschwerden des Patienten erklären. Das ist der Kern jeder Epikrise.
- Mit dem Plan schließenWas passiert als Nächstes, und wie schätzt du den Verlauf ein. Das verbindet die Epikrise mit Prognose und Behandlungsplan.
Gerade Schritt 4 kostet Überwindung. Viele lassen offene Punkte lieber weg. Die Kommission findet sie trotzdem, und dann wirkt es, als hättest du sie übersehen.
Wie lang sollte die Epikrise sein?
Kurz. Laut dem Beitrag im Deutschen Ärzteblatt lassen sich selbst längere Behandlungsverläufe in einer Epikrise von einer halben bis einer Textseite zusammenfassen, wenn man Redundanzen und Überflüssiges streicht. Die Angabe bezieht sich auf den Arztbrief im Klinikalltag, nicht ausdrücklich auf die Epikrise M3. Als Richtwert taugt sie trotzdem.
Eine Vorgabe der Approbationsordnung zur Länge gibt es nicht. Wenn deine Kommission eine Seitenzahl nennt, gilt die.
Welche Fehler kosten in der Epikrise am meisten?
Die meisten Probleme sind keine Wissenslücken, sondern Schreibfehler. Diese vier sehen Prüfer immer wieder:
- Nacherzählen statt bewerten: Die Epikrise wiederholt die Anamnese, statt den Fall einzuordnen.
- Befundlisten: Alle Laborwerte, auch die normalen. Das Ärzteblatt nennt eine solche Aneinanderreihung ausdrücklich entbehrlich.
- Gestelzter Stil: Viele Substantive, Schachtelsätze und Blähwörter wirken laut Ärzteblatt unprofessionell. Schreib so, wie du den Fall auf Station übergeben würdest.
- Abgeschriebene Diagnosen: Eine Differentialdiagnose aus der Akte, die du nicht selbst durchdacht hast, ist eine offene Einladung für Nachfragen.
Wie übst du die Epikrise vor dem M3?
Am besten im PJ, jede Woche. Schreib zu einem Patienten deiner Station eine Epikrise von einer halben Seite und lass sie von deiner Ärztin oder deinem Arzt gegenlesen. Was das Praktische Jahr ausmacht, erklärt das ncrechner Lexikon zum Praktischen Jahr, wie du deine Tertiale planst, steht in PJ-Tertiale planen.
Danach übst du das Sprechen. Stell den Fall laut vor, in zwei Minuten, und lass dich unterbrechen. Wie das gezielt klappt, zeigt Mündliche Prüfungen: so übst du das Sprechen. Das Learning Center der University of North Carolina at Chapel Hill beschreibt Selbstabfragen als aktive Lernstrategie, die Intensität und Effizienz des Lernens erhöht.
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Was gehört laut ÄApprO in den Bericht zum M3?
Laut § 30 Abs. 4 ÄApprO enthält der Bericht über deinen zugewiesenen Patienten die Anamnese, die Diagnose, die Prognose, den Behandlungsplan und eine Epikrise des Falls. Ein Mitglied der Prüfungskommission zeichnet ihn nach der Fertigstellung gegen. Eine bundesweit einheitliche Vorlage für die Gliederung gibt es nicht.
Wird der Patientenbericht im M3 benotet?
Ja. Laut § 30 Abs. 4 ÄApprO ist der Bericht Gegenstand der Prüfung und wird in die Bewertung einbezogen. Eine eigene Teilnote oder feste Gewichtung nennt die Verordnung nicht. Er fließt in die Gesamtbewertung des Dritten Abschnitts ein, und der zählt laut § 33 zu einem Drittel zur Endnote.
Wie lang sollte die Epikrise im M3 sein?
Eine feste Länge schreibt die Approbationsordnung nicht vor. Als Richtwert gilt der Hinweis aus dem Deutschen Ärzteblatt, dass sich selbst längere Verläufe in einer halben bis einer Textseite zusammenfassen lassen. Nennt deine Prüfungskommission eine eigene Vorgabe, hat diese Vorrang vor jedem Richtwert.
Wann findet das M3 statt?
Laut § 16 ÄApprO wird der Dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung in den Monaten Mai bis Juni und November bis Dezember durchgeführt. Deinen genauen Termin erfährst du über die Ladung deiner zuständigen Stelle. In Berlin teilt das Landesamt die Termine laut eigener Infoseite nach dem Zufallsprinzip zu.
Quellen
- Approbationsordnung für Ärzte, § 16 Prüfungstermine (abgerufen 17.10.2026): https://www.gesetze-im-internet.de/_appro_2002/__16.html
- Approbationsordnung für Ärzte, § 30 Mündlich-praktische Prüfung (abgerufen 17.10.2026): https://www.gesetze-im-internet.de/_appro_2002/__30.html
- Approbationsordnung für Ärzte, § 33 Gesamtnote und Zeugnis für die Ärztliche Prüfung (abgerufen 17.10.2026): https://www.gesetze-im-internet.de/_appro_2002/__33.html
- Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin, Dritter Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M3) in Berlin (abgerufen 17.10.2026): https://www.berlin.de/lageso/gesundheit/berufe-im-gesundheitswesen/ausbildung-im-inland/aerztin-arzt/artikel.114734.php
- Hessisches Landesamt für Gesundheit und Pflege, Dritter Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M3), Merkblatt (abgerufen 17.10.2026): https://hlfgp.hessen.de/sites/hlfgp.hessen.de/files/2022-12/2018_10_01_dritter_abschnitt_der_aerztlichen_pruefung.pdf
- Unnewehr M, Schaaf B, Friederichs H: Arztbrief: Die Kommunikation optimieren. Deutsches Ärzteblatt 2013; 110(37): A 1672 bis 1676 (abgerufen 17.10.2026): https://www.aerzteblatt.de/archiv/arztbrief-die-kommunikation-optimieren-98f94ed0-3e72-4d10-a659-a410980960b3
- University of North Carolina at Chapel Hill, Learning Center: Studying 101, Study Smarter Not Harder (abgerufen 17.10.2026): https://learningcenter.unc.edu/tips-and-tools/studying-101-study-smarter-not-harder/