Lungenvolumina sind die Luftmengen, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt des Atemzyklus in der Lunge befinden oder bewegt werden. Es gibt vier: Atemzugvolumen, inspiratorisches Reservevolumen, exspiratorisches Reservevolumen und Residualvolumen. Addierst du zwei oder mehr davon, bekommst du eine Kapazität, etwa die Vitalkapazität oder die Totalkapazität.

Klingt nach Abkürzungssalat. Mit einem Bild im Kopf wird es einfach: ein Atemzug in der Mitte, oben und unten je eine Reserve, ganz unten ein Rest.

Key Takeaways

  • Vier Volumina. Atemzugvolumen, inspiratorisches und exspiratorisches Reservevolumen sowie Residualvolumen, so beschreibt es das Lehrbuch OpenStax Anatomy and Physiology.
  • Kapazitäten sind Summen. Eine Kapazität besteht immer aus mindestens zwei Volumina, die Totalkapazität aus allen vier.
  • Ein Atemzug sind rund 500 ml. Die Totalkapazität liegt laut OpenStax bei Männern bei etwa 6.000 ml, bei Frauen bei etwa 4.200 ml.
  • Normal heißt Prozent vom Sollwert. Laut MedlinePlus wird dein Ergebnis mit Menschen gleichen Alters, Geschlechts, gleicher Größe und gleichen Gewichts verglichen.
  • Physiologie zählt im Physikum. Im Herbst 2026 waren 61 von 313 Aufgaben Physiologie, bundesweit wurden davon 60,3 Prozent richtig gelöst.

Was sind Lungenvolumina?

Lungenvolumina sind Teilmengen der Luft in deiner Lunge, die du über den Atemzyklus abgrenzen kannst. Laut OpenStax Anatomy and Physiology gibt es vier Hauptformen: das Atemzugvolumen, das inspiratorische Reservevolumen, das exspiratorische Reservevolumen und das Residualvolumen. Sie überschneiden sich nicht, zusammen ergeben sie die ganze Lunge.

Volumina sind die Bausteine. Kapazitäten sind die Summen daraus.

Welche Lungenvolumina gibt es?

Es gibt vier Lungenvolumina, und jedes hat eine klare Definition. Das Atemzugvolumen ist die Luft eines ruhigen Atemzugs, laut OpenStax etwa 500 ml. Die beiden Reservevolumina sind das, was du nach einem normalen Atemzug zusätzlich ein- oder ausatmen kannst. Das Residualvolumen bleibt auch nach maximaler Ausatmung in der Lunge.

VolumenAbkürzungWas es beschreibt
AtemzugvolumenAZV (engl. TV)Luft eines ruhigen Atemzugs, etwa 500 ml
Inspiratorisches ReservevolumenIRVwas du nach normaler Einatmung noch zusätzlich einatmen kannst
Exspiratorisches ReservevolumenERVwas du nach normaler Ausatmung noch aktiv ausatmen kannst, bei Männern bis etwa 1.200 ml
ResidualvolumenRVLuft, die nach maximaler Ausatmung in der Lunge bleibt

Warum gibt es überhaupt einen Rest? Laut OpenStax erleichtert das Residualvolumen das Atmen, weil es verhindert, dass die Alveolen kollabieren. Eine Lunge, die sich komplett entleert, müsste bei jedem Atemzug neu aufgefaltet werden.

Kapazitäten: wenn Volumina addiert werden

Kapazitäten musst du nicht auswendig lernen, du kannst sie ausrechnen. Laut OpenStax gilt:

  1. Inspirationskapazität (IC)Atemzugvolumen plus inspiratorisches Reservevolumen. Das ist die maximale Luft, die du nach einer normalen Ausatmung einatmen kannst.
  2. Funktionelle Residualkapazität (FRC)Exspiratorisches Reservevolumen plus Residualvolumen. Das ist die Luft, die nach einer normalen Ausatmung in der Lunge bleibt.
  3. Vitalkapazität (VC)Atemzugvolumen plus beide Reservevolumina, also alles außer dem Residualvolumen. Laut OpenStax liegt sie zwischen 4.000 und 5.000 ml.
  4. Totalkapazität (TLC)alle vier Volumina zusammen. Laut OpenStax etwa 6.000 ml bei Männern und etwa 4.200 ml bei Frauen.

Prüfungsfalle: Die funktionelle Residualkapazität enthält das Wort "Residual", ist aber kein Volumen. Sie ist eine Summe aus zwei Volumina. Genau diese Verwechslung taucht in Kreuzfragen gern als Distraktor auf.

Was sind die Normalwerte für die Lungenvolumina?

Normalwerte für Lungenvolumina sind Richtwerte, keine festen Grenzen. Laut OpenStax liegt das Atemzugvolumen bei etwa 500 ml, das exspiratorische Reservevolumen bei Männern bei bis zu 1.200 ml, die Vitalkapazität zwischen 4.000 und 5.000 ml und die Totalkapazität bei etwa 6.000 ml (Männer) bzw. 4.200 ml (Frauen).

Einen eigenen Wert für das inspiratorische Reservevolumen nennt OpenStax nicht. Merk dir lieber die Logik: Die Vitalkapazität bewegst du aktiv, das Residualvolumen nie.

Eine Rechnung, die oft gefragt wird: das Atemminutenvolumen. Es ist Atemzugvolumen mal Atemfrequenz. Laut OpenStax atmen Erwachsene in Ruhe 12 bis 18 Mal pro Minute. Bei 500 ml und 12 Atemzügen kommst du rechnerisch auf 6 Liter pro Minute.

Welches Lungenvolumen in Prozent ist normal?

Einen festen Prozentwert für alle gibt es nicht. Laut MedlinePlus werden die Ergebnisse einer Lungenfunktionsprüfung mit Sollwerten von Menschen gleichen Alters, Geschlechts, gleicher Größe und gleichen Gewichts verglichen und als Prozent dieses Sollwerts angegeben. Auffällig ist ein Ergebnis erst, wenn es deutlich darunter liegt.

Laut MedlinePlus können die Normbereiche zwischen Laboren leicht abweichen. In der Physiologie lernst du also die Lehrbuchwerte oben, in der Klinik liest du den Prozentwert vom Soll auf dem Befund.

Wie werden die Lungenvolumina bestimmt?

Lungenvolumina werden mit der Spirometrie und, für den Rest in der Lunge, mit der Bodyplethysmographie oder einer Gasverdünnung bestimmt. Laut MedlinePlus misst das Spirometer, wie viel Luft du aus- und einatmest und wie schnell. Die genaueste Methode zur Messung des Lungenvolumens ist laut MedlinePlus die Bodyplethysmographie in einer luftdichten Kabine.

Warum zwei Methoden? Das Spirometer erfasst nur Luft, die durch das Mundstück strömt, und das Residualvolumen atmest du per Definition nie aus. Residualvolumen, funktionelle Residualkapazität und Totalkapazität bleiben ihm also verborgen. Dafür misst die Bodyplethysmographie Druckänderungen in der Kabine, oder du atmest Stickstoff bzw. Helium und das Volumen wird aus der Gaskonzentration berechnet.

Tipp: Fragt eine Aufgabe, welcher Wert sich spirometrisch nicht messen lässt, such die Antwort, in der das Residualvolumen steckt: RV, FRC oder TLC.

Obstruktiv oder restriktiv: was zeigen die Werte?

Bei einer obstruktiven Störung kommt die Luft schlecht heraus, bei einer restriktiven passt zu wenig hinein. Laut MedlinePlus betreffen obstruktive Erkrankungen wie Asthma, Emphysem und chronische Bronchitis vor allem die Atemwege, die Lunge enthält dann zu viel Luft und braucht länger zum Entleeren.

Restriktive Erkrankungen machen die Lunge laut MedlinePlus vernarbt und kleiner, sie enthält zu wenig Luft. Als Beispiele nennt MedlinePlus Lungenfibrose, Sarkoidose, starkes Übergewicht und Muskelschwäche. Wie die Atmung auch das Säure-Basen-Gleichgewicht verschiebt, zeigt Blutgasanalyse interpretieren.

Merkhilfe für alle Volumina und Kapazitäten

Zeichne dir einmal eine Säule auf und teile sie von oben nach unten: inspiratorisches Reservevolumen, Atemzugvolumen, exspiratorisches Reservevolumen, Residualvolumen. Dann kannst du jede Kapazität ablesen, statt sie zu pauken.

Eins in der Mitte, zwei Reserven, ein Rest

In der Mitte das Atemzugvolumen, darüber und darunter je ein Reservevolumen, ganz unten das Residualvolumen. Alles ohne den Rest ist die Vitalkapazität, alles mit dem Rest die Totalkapazität. Alles unterhalb der normalen Ausatmung ist die funktionelle Residualkapazität.

Mehr Merksätze dieser Art sammelt Eselsbrücken Medizin. Wie die Lunge mit Herz und Kreislauf zusammenarbeitet, findest du in Herz-Kreislauf Basics mit Eselsbrücken.

Wie lernst du Lungenvolumina fürs Physikum?

Erst die Säule zeichnen, dann rechnen, dann abfragen. Laut IMPP-Ergebnisinformation Herbst 2026 waren 61 der 313 gewerteten Aufgaben im schriftlichen Physikum aus der Physiologie. Von den 7.385 Teilnehmenden wurden davon im Schnitt nur 60,3 Prozent richtig beantwortet, deutlich weniger als in Anatomie mit 75,2 Prozent.

Hier kannst du gegenüber dem Schnitt viel aufholen. Wie das Fach aufgebaut ist, steht in Physiologie lernen. Selbsttesten ist laut Learning Center der University of North Carolina at Chapel Hill eine aktive Lernstrategie, die Intensität und Effizienz des Lernens steigert. So gehst du vor:

  1. Tag 1: Säule und DefinitionenDie vier Volumina mit Abkürzung aufschreiben und die Säule frei aus dem Kopf zeichnen.
  2. Tag 2: Kapazitäten rechnenIC, FRC, VC und TLC aus den Volumina zusammensetzen und das Atemminutenvolumen mit eigenen Zahlen ausrechnen.
  3. Tag 3: Messung und KlinikWelcher Wert ist spirometrisch messbar, welcher nicht, und was unterscheidet obstruktiv von restriktiv? Danach Altfragen kreuzen, zum Beispiel mit der Anleitung in IMPP-Fragen verstehen.

Wiederhole danach nach einem, drei und sieben Tagen. Wie ein Algorithmus diese Abstände plant, erklärt FSRS und Spaced Repetition. Was im Physikum insgesamt geprüft wird, fasst das ncrechner Lexikon zum Physikum zusammen, welche Fächer zur Vorklinik gehören, das ncrechner Lexikon zur Vorklinik. Allgemeine Lerntipps fürs Studium gibt dein-medizinstudium im Ratgeber Lernen im Medizinstudium.

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Häufige Fragen zu Lungenvolumina

Was sind Lungenvolumina?

Lungenvolumina sind die Luftmengen, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt des Atemzyklus in der Lunge befinden oder bewegt werden. Es gibt vier: Atemzugvolumen, inspiratorisches Reservevolumen, exspiratorisches Reservevolumen und Residualvolumen. Zwei oder mehr davon zusammen ergeben eine Kapazität, etwa die Vitalkapazität oder die Totalkapazität.

Welche Lungenvolumina gibt es?

Es gibt vier Lungenvolumina: das Atemzugvolumen eines ruhigen Atemzugs (etwa 500 ml), das inspiratorische Reservevolumen, das exspiratorische Reservevolumen und das Residualvolumen, das nach maximaler Ausatmung in der Lunge bleibt. Daraus setzen sich Inspirationskapazität, funktionelle Residualkapazität, Vitalkapazität und Totalkapazität zusammen.

Was sind die Normalwerte für die Lungenvolumina?

Laut OpenStax liegt das Atemzugvolumen bei etwa 500 ml, das exspiratorische Reservevolumen bei Männern bei bis zu 1.200 ml, die Vitalkapazität zwischen 4.000 und 5.000 ml und die Totalkapazität bei etwa 6.000 ml bei Männern und etwa 4.200 ml bei Frauen. Im Befund zählt der Prozentwert vom persönlichen Sollwert.

Welches Lungenvolumen in Prozent ist normal?

Einen festen Prozentwert für alle gibt es nicht. Laut MedlinePlus wird dein Ergebnis als Prozent eines Sollwerts angegeben, der aus Alter, Geschlecht, Größe und Gewicht vergleichbarer Menschen stammt. Auffällig ist ein Wert, der deutlich darunter liegt. Die genaue Grenze kann zwischen Laboren leicht abweichen.

Quellen