Die pelvitrochantäre Muskulatur ist die Gruppe kleiner, tief liegender Hüftmuskeln, die vom Becken zum großen Rollhügel des Oberschenkels (Trochanter major) ziehen und den Oberschenkel nach außen drehen. Dazu zählen der M. piriformis, die beiden Mm. gemelli, der M. obturatorius internus und der M. quadratus femoris, oft auch der M. obturatorius externus. Sie liegen unter dem großen Gesäßmuskel und stabilisieren das Hüftgelenk.

Klingt nach viel Latein für ein paar kleine Muskeln. Mit einer festen Reihenfolge und einem Satz zur Innervation sitzt das Thema aber in einem Abend.

Key Takeaways

  • Sechs kleine Außenrotatoren. Laut OpenStax drehen Piriformis, Obturatorius internus und externus, die Gemelli und der Quadratus femoris den Oberschenkel im Hüftgelenk nach außen.

  • Vom Becken zum Trochanter. Alle entspringen am Hüftbein oder Kreuzbein und setzen am oberen Ende des Femurs an, meist am oder nahe dem Trochanter major.

  • Fast alle aus dem Plexus sacralis. Die Gruppe wird aus dem Plexus sacralis (L4 bis S2) versorgt, nur der Obturatorius externus vom N. obturatorius aus dem Plexus lumbalis.

  • Stabilität plus Drehung. OpenStax beschreibt neben der Außenrotation, dass die Muskeln die Haltung sichern, indem sie das Hüftgelenk stabilisieren.

  • Anatomie zählt im Physikum. Im schriftlichen Physikum Herbst 2026 gehörten 78 von 313 Aufgaben zur Anatomie, bundesweit waren 75,2 % davon richtig.

Was ist die pelvitrochantäre Muskulatur?

Die pelvitrochantäre Muskulatur ist die tiefe Schicht der Gesäßmuskeln, die das Becken (Pelvis) mit dem Trochanter major verbindet. Der Name verrät den Verlauf: pelvi für Becken, trochantär für den Rollhügel. Laut OpenStax liegen diese Muskeln unter dem M. gluteus maximus und drehen den Femur im Hüftgelenk nach außen.

Im englischen Lehrbuch heißen sie "lateral rotators" oder "lateral rotator group". Wo diese Muskeln am Knochen ansetzen, verstehst du leichter, wenn du Becken und Femur schon kennst. Eine Übersicht dazu gibt Osteologie lernen.

Pelvitrochantär heißt: vom Becken zum Trochanter. Wer den Namen versteht, kennt schon den Verlauf.

Welche Muskeln gehören zur pelvitrochantären Gruppe?

Sechs Muskeln, wenn du den Obturatorius externus mitzählst: Piriformis, Gemellus superior, Obturatorius internus, Gemellus inferior, Quadratus femoris und Obturatorius externus. So listet sie die englische Wikipedia in ihrer Übersicht zur lateral rotator group. Alle entspringen am Hüftbein oder Kreuzbein und setzen am oberen Femur an.

Muskel

Ursprung

Ansatz

Nerv

M. piriformis

Vorderfläche des Kreuzbeins

Oberrand des Trochanter major

N. musculi piriformis (S1 bis S2)

M. gemellus superior

Spina ischiadica

Oberrand der Sehne des Obturatorius internus

N. musculi obturatorii interni (L5 bis S2)

M. obturatorius internus

Innenfläche der Membrana obturatoria und umgebender Knochen

Innenseite des Trochanter major

N. musculi obturatorii interni (L5 bis S2)

M. gemellus inferior

knapp oberhalb des Tuber ischiadicum

Unterrand der Sehne des Obturatorius internus

N. musculi quadrati femoris (L4 bis S1)

M. quadratus femoris

Außenrand des Tuber ischiadicum

Crista intertrochanterica

N. musculi quadrati femoris (L4 bis S1)

M. obturatorius externus

Außenfläche der Membrana obturatoria und Ramus ischiopubicus

Fossa trochanterica

N. obturatorius, hinterer Ast (L3 bis L4)

Die beiden Zwillingsmuskeln haben keinen eigenen Ansatz am Knochen. Sie strahlen in die Sehne des Obturatorius internus ein und erreichen den Trochanter major so nur indirekt. Bei den lateinischen Namen hilft Medizinische Terminologie lernen, und warum Latein im Studium überhaupt eine Rolle spielt, erklärt der Ratgeber zum Latinum im Medizinstudium von dein-medizinstudium.

Gehört der M. obturatorius externus dazu?

Das hängt davon ab, wen du fragst. WikiMSK schreibt, es gebe überraschend wenig Konsens über die Anatomie der kurzen Außenrotatoren der Hüfte, und verweist auf eine Übersichtsarbeit von Yoo und Kollegen aus dem Jahr 2015. Die englische Wikipedia zählt den Obturatorius externus zur Gruppe, weist aber auf seine eigene Versorgung hin.

Der Unterschied liegt beim Nerv. Fünf Muskeln werden aus dem Plexus sacralis versorgt, der Obturatorius externus dagegen vom N. obturatorius aus dem Plexus lumbalis. Für dein Testat gilt deshalb: Lerne alle sechs mit Nerv, und frag im Präparierkurs nach, welche Zählweise dein Institut nutzt.

Welche Funktion hat die pelvitrochantäre Muskulatur?

Die pelvitrochantäre Muskulatur dreht den Oberschenkel im Hüftgelenk nach außen und stabilisiert das Gelenk. OpenStax beschreibt für Piriformis, Obturatorius internus, beide Gemelli und Quadratus femoris jeweils dasselbe: Sie drehen den Oberschenkel samt Unterschenkel nach außen und sichern die Haltung, indem sie das Hüftgelenk stabilisieren.

Sie sind aber nicht die einzigen Außenrotatoren. Laut Wikipedia helfen auch die unteren Fasern des M. gluteus maximus, der M. psoas major und der M. sartorius mit. Der M. gluteus medius und der M. gluteus minimus drehen bei gebeugter Hüfte nach außen, bei gestreckter Hüfte dagegen nach innen.

Wie merkst du dir die Reihenfolge?

Mit den Anfangsbuchstaben in der Reihenfolge der Tabelle: P, G, O, G, Q. So liegen die fünf Muskeln aus dem Plexus sacralis im Präparat untereinander, der Obturatorius externus liegt tiefer und kommt am Ende dazu.

Peter Geht Oft Gern Querfeldein

Piriformis, Gemellus superior, Obturatorius internus, Gemellus inferior, Quadratus femoris. Den Obturatorius externus hängst du als sechsten Muskel an, mit dem Zusatz: anderer Nerv, nämlich N. obturatorius.

Weitere Sprüche für Knochen, Nerven und Muskeln sammelt Eselsbrücken Medizin. Wie die Knochen weiter unten am Bein aufgebaut sind, zeigt Fußwurzelknochen merken.

Innervation in einem Satz

Die Nerven heißen fast so wie ihre Muskeln. Der N. musculi piriformis versorgt den Piriformis, der N. musculi obturatorii interni den Obturatorius internus, der N. musculi quadrati femoris den Quadratus femoris.

Tipp: Merk dir die Zwillinge als Nachbarn. Der obere Zwilling hält zum Obturatorius internus und teilt sich dessen Nerv, der untere Zwilling hält zum Quadratus femoris und teilt sich dessen Nerv. Der Obturatorius externus ist der Außenseiter mit dem N. obturatorius.

Ein Plexus mit vielen Ästen ist an der oberen Extremität ähnlich aufgebaut. Wie du dort den Überblick behältst, zeigt Plexus brachialis lernen.

Warum lohnt sich das fürs Physikum?

Weil Anatomie das größte Fach im schriftlichen Physikum ist. Laut IMPP-Ergebnisinformation Herbst 2026 gehörten 78 von 313 gewerteten Aufgaben zur Anatomie, bundesweit wurden davon 75,2 % richtig beantwortet. Kleine Muskelgruppen mit Nerv und Funktion eignen sich gut für Einzelfragen, weil sie sich klar abfragen lassen.

Welche Fächer die Vorklinik insgesamt umfasst, steht im ncrechner Lexikon zur Vorklinik, und wie die Prüfung danach aufgebaut ist, erklärt das ncrechner Lexikon zum Physikum. Wie du dich auf das mündliche Abfragen im Präpkurs vorbereitest, beschreibt Anatomie-Testat vorbereiten.

So lernst du die Hüftmuskeln in drei Schritten

Erst Namen und Reihenfolge, dann Ursprung und Ansatz, dann Nerven und Funktion. Selbsttesten ist laut Learning Center der University of North Carolina at Chapel Hill eine aktive Lernstrategie, die Intensität und Effizienz des Lernens steigert.

  1. Schritt 1: Namen und ReihenfolgeSchreib den Merkspruch auf und ordne jedem Buchstaben einen Muskel zu. Zeichne Becken und Femur grob von hinten und trag die fünf Muskeln untereinander ein.

  2. Schritt 2: Ursprung und AnsatzErgänze für jeden Muskel Ursprung und Ansatz aus der Tabelle.

  3. Schritt 3: Nerven und FunktionSchreib zu jedem Muskel den Nerv und markiere den Obturatorius externus als Ausnahme. Notiere zum Schluss die Funktion: Außenrotation und Stabilisierung.

  4. Danach: Abfragen in AbständenFrag dich nach einem, drei und sieben Tagen ab, am besten mit Karteikarten.

Wie ein Algorithmus diese Abstände für dich plant, erklärt FSRS und Spaced Repetition. Wie du die ganze Anatomie über das Semester verteilst, steht in Anatomie lernen.

Muskeln, Nerven und Ansätze jeden Tag fünf Minuten wiederholen

Über 30.000 Karteikarten für Vorklinik und Klinik, Wiederholung nach FSRS und nur die Karten, die heute fällig sind. Wie sicher du in Anatomie schon bist, prüfst du mit der kostenlosen Physikum-Simulation.

SlayMed kostenlos holen

Häufige Fragen zur pelvitrochantären Muskulatur

Welche Muskeln gehören zur pelvitrochantären Muskulatur?

Zur pelvitrochantären Muskulatur gehören der M. piriformis, der M. gemellus superior, der M. obturatorius internus, der M. gemellus inferior und der M. quadratus femoris. Meist wird auch der M. obturatorius externus dazugezählt. Alle ziehen vom Becken zum oberen Femur und drehen den Oberschenkel im Hüftgelenk nach außen.

Welche Funktion hat die pelvitrochantäre Muskulatur?

Die pelvitrochantäre Muskulatur dreht den Oberschenkel im Hüftgelenk nach außen und stabilisiert das Gelenk. Laut OpenStax drehen Piriformis, Obturatorius internus, beide Gemelli und Quadratus femoris den Oberschenkel samt Unterschenkel nach außen und sichern die Haltung, indem sie das Hüftgelenk stabilisieren.

Wie wird die pelvitrochantäre Muskulatur innerviert?

Fünf der sechs Muskeln werden aus dem Plexus sacralis (L4 bis S2) versorgt: über den N. musculi piriformis, den N. musculi obturatorii interni für Obturatorius internus und Gemellus superior und den N. musculi quadrati femoris für Quadratus femoris und Gemellus inferior. Der Obturatorius externus wird vom N. obturatorius versorgt.

Gibt es einen Merkspruch für die pelvitrochantäre Muskulatur?

Ja, zum Beispiel "Peter Geht Oft Gern Querfeldein". Die Anfangsbuchstaben stehen für Piriformis, Gemellus superior, Obturatorius internus, Gemellus inferior und Quadratus femoris. Den Obturatorius externus hängst du als sechsten Muskel an und merkst dir dazu, dass er als einziger vom N. obturatorius versorgt wird.

Quellen